Botulinumtoxin zur Faltenbehandlung, "Botoxen"
(von dem Medikamenten-Namen Botox®)
Autor: Dr. Boris Sommer
Botulinumtoxin ist ein hochgereinigtes Protein, das in der Medizin bereits seit mehr als 15 Jahren erfolgreich zur Behandlung neurologischer Erkrankungen eingesetzt wird. Es dämpft überschießende Muskelaktivität und ermöglicht daher eine gezielte Ruhigstellung von mimischen Muskeln im Gesichts- und Halsbereich.
Durch Einspritzen des Medikamentes (Botulinumtoxin) können Falten geglättet werden.
Für wen ist die Behandlung geeignet?
Besonders erfolgreich wird Botulinumtoxin angewendet bei "Zornesfalten", "Sorgenfalten" = Querfalten der Stirn und "Krähenfüßen" = Fältchen beim Zusammenkneifen der Augen. Einige Längsfalten am Hals können ebenso behandelt werden wie herabgesunkene Mundwinkel.
Für wen ist die Behandlung nicht geeignet?
Bei übermäßiger Angst vor dem Medikament oder medizinischen Gründen gegen eine Injektion sollte diese natürlich nicht durchgeführt werden. Sehr tiefe Falten werden sich nicht mehr vollständig beseitigen lassen.
Welches Ergebnis kann man erwarten?
Feine Fältchen verschwinden je nach Patient meist vollständig, etwas tiefere werden deutlich gemildert. Der Effekt tritt nach 2-12 Tagen ein und hält je nach Patient zwischen 3 ½ Monaten und 7 Monaten an. Wenn der Effekt weiterhin erwünscht ist, muss die Behandlung wiederholt werden. Als Nebeneffekt zeigt sich häufig die Besserung von Kopfschmerzen bei Migränepatienten.
Wie wird die Behandlung durchgeführt?
Das Medikament wird in die mimische Muskulatur, also knapp unter die Haut, in festgelegter (geringer) Dosierung injiziert. Es werden besonders dünne Nadeln verwendet, so daß die Injektion nur wenig schmerzhaft ist. Dadurch erübrigt sich eine zusätzliche Betäubung.
Der Eingriff wird ambulant durchgeführt.
Was muss ich nach einer Botulinumtoxin-Behandlung beachten?
In den 3 Stunden nach der Behandlung sollte der Kopf aufrecht gehalten werden, d.h. man sollte sich auch nicht hinlegen oder körperlich anstrengen. Grund: Das Medikament braucht für die endgültige Bindung am Zielort ca. 2-3 Stunden. Da man an den Einstichstellen allenfalls kleine Rötungen sieht, ist man sofort nach der Behandlung wieder gesellschaftsfähig.
Welche Risiken oder Komplikationsmöglichkeiten bestehen?
Bei falscher Injektionstechnik oder Überdosierung kann es zur unbeabsichtigten Ruhigstellung von benachbarten Muskeln kommen. Im Bereich der Augen bedeutet das evtl. ein herabhängendes Augenlid oder geringgradig absinkende Augenbrauen. Solche Nebenwirkungen sind bei korrekter Anwendung sehr selten. Falls sie auftreten, klingen sie nach ca. 3 Monaten spontan wieder ab. Wie bei jeder Injektion können Blutergüsse an der Einstichstelle auftreten.
In seltenen Fällen kann ein leichter Kopfschmerz für ca. 2-4 Stunden auftreten. Häufiger ist jedoch das Nachlassen von Kopfschmerzen bei Migräne-Patienten.
Kann die Behandlung wiederholt werden?
Jede Botulinumtoxin-Behandlung verzögert die natürliche Hautalterung durch Ruhigstellung bestimmter mimischer Muskulatur um einige Monate. Daher ist es sinnvoll, die Injektionen solange zu wiederholen, wie dieser Effekt gewünscht ist. Beobachtungen bei Erkrankungen, die eine langjährige Behandlung erforderlich machen (bestimmte neurologische Krankheitsbilder) konnten zeigen, dass dies bedenkenlos möglich ist.